Wenn Sie in den letzten Wochen einen genaueren Blick in Ihre Google Search Console geworfen haben, ist Ihnen vielleicht ein neuer Punkt aufgefallen: Unter Einstellungen taucht im Bereich Shopping die Option "Versand und Retouren" auf. Dahinter steckt eine praktische Funktion für Onlinehändler. Sie können Ihre Versand- und Rückgabebedingungen direkt in der Search Console hinterlegen, ganz ohne Merchant Center und ohne eine Zeile Code. Lieferzeit, Versandkosten und Rückgabefrist landen genau dort, wo Google sie für Ihre Produkteinträge braucht.
Wir zeigen Ihnen, was die Einstellung kann, wie Sie sie Schritt für Schritt befüllen und worauf Sie dabei achten sollten.
Was hinter der neuen Google Funktion "Versand und Retouren" steckt

Die Einstellung ist Teil des Shopping-Bereichs der Search Console. Sobald Google Ihre Website programmatisch als Onlinehändler einstuft, blendet die Search Console zusätzliche Werkzeuge ein, dazu zählen der Bericht "Händlermöglichkeiten" und eben die Einstellung "Versand und Retouren". Als Onlinehändler gilt dabei eine Website, über die physische Waren direkt an Endkunden verkauft werden. In der Praxis erkennt Google Shops vor allem an gültigen strukturierten Daten für Händlereinträge und am Kaufprozess der Seite.
Sie finden die Funktion unter Einstellungen (Zahnrad-Symbol) im Abschnitt Shopping. Ein Klick auf "Versand und Retouren" öffnet die Übersicht. Solange noch nichts hinterlegt ist, sehen Sie hier den Zähler "0 Versandrichtlinie, 0 Rückgabebedingungen".

Der Bereich ist in zwei Tabs geteilt: "Versand" und "Rückgaben". Beide funktionieren nach demselben Prinzip, unterscheiden sich aber in den Feldern, die Sie ausfüllen.
Warum Google diese Funktion jetzt breit ausrollt
Die Einstellung ist nicht komplett neu, aber sie ist gerade für deutlich mehr Shops erreichbar geworden. Ein kurzer Blick auf die Chronologie hilft beim Einordnen:
Juli 2024, der Start: Google führte die direkte Konfiguration von Versand und Retouren in der Search Console ein. Damals war die Funktion an ein verknüpftes Merchant-Center-Konto gebunden.
November 2025, die Öffnung: Google erweiterte die Funktion auf alle Websites, die als Onlinehändler erkannt werden. Ein Merchant-Center-Konto ist seitdem nicht mehr zwingend nötig. Parallel führte Google strukturierte Daten für Versandbedingungen auf Organisationsebene ein, als Alternative für alle, die ihre Angaben lieber im Code pflegen.
Google selbst beschreibt die Search-Console-Variante als benutzeroberflächenbasierten Weg, Versand- und Rückgabeinformationen weiterzugeben, ausdrücklich als Alternative zu strukturierten Daten. Der Rollout läuft schrittweise für alle Länder und Sprachen, weshalb die Einstellung erst nach und nach in den deutschen Konten sichtbar wird. Das erklärt, warum sie bei manchen Ihrer Properties bereits auftaucht und bei anderen vielleicht noch nicht.
Versandbedingungen anlegen: So geht’s!
Im Tab "Versand" hinterlegen Sie, wie schnell und zu welchen Kosten Sie liefern. Ist noch keine Richtlinie vorhanden, startet der Prozess über die Schaltfläche "Versandbedingungen hinzufügen".

Das Formular fragt anschließend die wesentlichen Angaben ab:

Land: Wählen Sie das Land aus, für das die Bedingungen gelten. Für jedes weitere Land legen Sie eine eigene Richtlinie an.
Lieferdauer: Tragen Sie ein, wie lange es in der Regel dauert, bis die Ware beim Kunden ankommt. Google fragt hier eine minimale und eine maximale Anzahl an Tagen ab.
Versandkosten: Zur Auswahl stehen ein Pauschalpreis, ein Pauschalpreis mit kostenlosem Versand ab einem bestimmten Bestellwert, kostenloser Versand oder die Option "Sonstiges".
Nach dem Klick auf "Senden" ist die Angabe erledigt. Wiederholen Sie den Vorgang für jedes Land, in das Sie versenden.
Rückgabebedingungen anlegen: Schritt für Schritt
Der Tab "Rückgaben" folgt derselben Logik. Über "Rückgabebedingungen hinzufügen" öffnen Sie das passende Formular.

Diese Angaben werden abgefragt:

Land: wie beim Versand länderspezifisch.
Rückgabebedingungen (URL): Hier geben Sie die Webadresse an, auf der Ihre Kunden die vollständigen Rückgabebedingungen nachlesen können. Diese Seite sollte klar und eigenständig sein.
Rückgabefrist: Legen Sie fest, innerhalb wie vieler Tage Kunden zurücksenden können, oder wählen Sie "Keine Rücknahmen".
Rücksendekosten: Möglich sind ein Pauschalpreis, kostenlose Rücknahmen oder ein Prozentanteil des Produktpreises.
Ein wichtiger Unterschied zum Versand: Während Versandangaben sofort übernommen werden, prüft Google Rückgabebedingungen manuell. Bis zur Freigabe können nach Google-Angaben rund 10 bis 13 Tage vergehen. In dieser Zeit steht die Bedingung auf dem Status "pending". Planen Sie diesen Vorlauf also ein, gerade vor umsatzstarken Phasen wie dem Weihnachtsgeschäft.
Shopify mit Google verknüpfen: mehr Details zu Retouren
Im Rückgabe-Formular blendet Google einen Hinweis ein: Wenn Ihre Rückgabebedingungen umfassender sind, können Sie Shopify direkt mit dem Google Merchant Center verknüpfen. Der Vorteil laut Google: Kunden sehen dann detailliertere Informationen zu Retouren, und zwar über all Ihre Produkte hinweg.
Diese Verknüpfung läuft über die Google-&-YouTube-App im Shopify-Adminbereich. Sie richten Ihre Rückgaberegeln zunächst in Shopify ein und pflegen die schriftliche Rückgabe- und Erstattungsrichtlinie. Anschließend werden die Bedingungen im Merchant Center verwaltet. Für reine Shopify-Shops ist das der direktere Weg, weil sich Rückgabebedingungen dort feiner steuern lassen, etwa pro Produktgruppe oder mit saisonalen Ausnahmen. Wer diesen Weg gehen möchte, findet den Einstieg auf der offiziellen Shopify-Seite zur Google-Integration (shopify.com/de/google).
Für alle anderen Shops bleibt die direkte Eingabe in der Search Console die schnellste Lösung, um überhaupt erst einmal Versand- und Rückgabeinformationen an Google zu übermitteln.
Freigabe, Vorrang und das Zusammenspiel mit dem Merchant Center
Zwei technische Punkte sollten Sie kennen, bevor Sie loslegen.
Vorrang vor strukturierten Daten: Was Sie in der Search Console konfigurieren, hat laut Google Vorrang vor den strukturierten Daten auf Ihrer Website, einschließlich des Merchant-Listing-Markups auf Produktebene. Wenn Sie also parallel Markup ausspielen und in der Search Console abweichende Werte hinterlegen, gewinnt die Search-Console-Angabe. Prüfen Sie deshalb, dass beide Quellen dieselben Zahlen nennen, sonst überschreiben Sie sich möglicherweise selbst.
Übergang ins Merchant Center: Haben Sie ein Merchant-Center-Konto, müssen Sie es mit der Property verknüpfen. In der Search Console erstellte Bedingungen erscheinen dann automatisch im Merchant Center und lassen sich dort weiter verfeinern. Das Merchant Center bietet zusätzliche Signale, die in der Search Console fehlen, zum Beispiel die Rückgabemethode (etwa Rückgabe im Geschäft) oder saisonale Ausnahmen. Umgekehrt gilt: Bedingungen, die Sie im Merchant Center bearbeiten, können anschließend nur noch dort gepflegt werden.
Was die Einstellung für Ihre SEO bringt
Der eigentliche Hebel liegt in der Darstellung Ihrer Produkte in der Suche. Korrekte Versand- und Rückgabeinformationen können dafür sorgen, dass Ihre Einträge mit Zusatzinfos wie kostenlosem oder schnellem Versand ausgespielt werden. Google nennt als mögliche Platzierungen unter anderem Produkt-Suchergebnisse, Knowledge Panels und Markenprofile. Für Nutzer sind das genau die Signale, die Vertrauen schaffen und die Kaufentscheidung erleichtern, was sich in besserer Sichtbarkeit und potenziell mehr qualifiziertem Traffic niederschlagen kann.
Damit das funktioniert, empfiehlt Google einige Grundregeln, die wir aus der Praxis nur unterstreichen können:
Konsistenz zwischen Google und Website: Die bei Google hinterlegten Versandkosten müssen exakt mit den Kosten auf Ihrer Website übereinstimmen. Findet Google auf Ihrer Seite höhere Versandkosten als im Eintrag, kann der Eintrag abgelehnt werden.
Eigene URL für Rückgaben: Legen Sie die Rückgabebedingungen auf einer klaren, eigenständigen Seite ab, nicht versteckt in FAQ, AGB oder Datenschutzerklärung.
Einheitliche Darstellung: Die Rückgabeinformationen sollten überall auf der Website konsistent sein, also in Fußzeile, auf der Rückgabeseite und in Bannern.
Aktuell halten: Überprüfen Sie Ihre Angaben regelmäßig, damit sie den tatsächlichen Bedingungen entsprechen und keine Verwirrung entsteht.
Häufige Fragen zu Versand und Retouren in der Search Console
Sie haben noch Fragen? Wir die Antworten!
Brauche ich ein Merchant-Center-Konto, um die Einstellung zu nutzen?
Nein. Seit der Erweiterung im November 2025 können alle von Google als Onlinehändler erkannten Websites die Bedingungen direkt in der Search Console anlegen. Ein bestehendes Merchant-Center-Konto müssen Sie allerdings mit der Property verknüpfen.
Warum sehe ich die Einstellung nicht in meiner Search Console?
Zwei Gründe sind wahrscheinlich. Entweder stuft Google Ihre Website noch nicht als Onlinehändler ein, was häufig an fehlenden oder unvollständigen strukturierten Daten für Produkte liegt. Oder der schrittweise Rollout hat Ihr Konto schlicht noch nicht erreicht.
Wie lange dauert die Freigabe?
Versandbedingungen werden sofort übernommen. Rückgabebedingungen prüft Google manuell, das kann rund 10 bis 13 Tage dauern. So lange steht die Bedingung auf "pending".
Wer darf die Einstellung bearbeiten?
Sie müssen Inhaber oder uneingeschränkter Nutzer der jeweiligen Search-Console-Property sein.
Was passiert, wenn ich schon Markup auf der Website habe?
Die Angaben aus der Search Console haben Vorrang vor dem Markup auf Produktebene. Achten Sie darauf, dass beide Quellen dieselben Werte enthalten.
Kleiner Schritt in der Search Console, spürbarer Effekt in der Suche
Die Einstellung "Versand und Retouren" macht es Onlinehändlern so einfach wie nie, Google mit korrekten Fulfillment-Informationen zu versorgen. Ohne Merchant Center, ohne Code, in wenigen Minuten pro Land. Wer die Angaben sauber pflegt und mit der eigenen Website konsistent hält, verschenkt keine wertvollen Vertrauenssignale in den Suchergebnissen mehr.
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