KI-Übersichten stehen oben, die klassischen blauen Links rutschen nach unten, und viele Websitebetreiber fragen sich seit Monaten: Erscheinen meine Inhalte eigentlich in diesen KI-Antworten, und will ich das überhaupt?
Auf die zweite Frage gibt es jetzt zum ersten Mal eine echte Antwort: In der Google Search Console gibt es eine neue Einstellung mit dem Namen „Generative KI in der Google Suche“. Damit entscheiden Sie selbst, ob Ihre Website in den generativen KI-Funktionen der Google Suche berücksichtigt wird oder eben nicht.
Wir zeigen Ihnen, wo Sie die Einstellung finden, welche Optionen Sie haben und worauf Sie vor einer Änderung achten sollten.
Was die neue Einstellung genau steuert
Mit der Einstellung „Generative KI in der Google-Suche” legen Sie fest, ob die Links und Inhalte Ihrer Website in bestimmten generativen KI-Funktionen der Google Suche auftauchen dürfen. Laut der Search-Console-Hilfe nennt Google aktuell drei Bereiche, die davon betroffen sind, und weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Liste im Laufe der Zeit wachsen kann:
Übersichten mit KI (AI Overviews): die KI-generierten Zusammenfassungen, die oberhalb der organischen Ergebnisse erscheinen. Wie stark sie die Suche verändern, haben wir beim Deutschland-Rollout der AI Overviews beschrieben.
KI-Modus (AI Mode): die dialogorientierte Sucherfahrung, in der Google Antworten aus mehreren Quellen zusammenführt.
Generative KI-Funktionen in Google Discover: KI-Elemente innerhalb des Discover-Feeds. (Wie Sie Google Discover aktivieren oder deaktivieren, erklären wir in einem eigenen Beitrag.)
Wenn Sie Ihre Website einbeziehen, kann Ihr Content in diesen Funktionen als Link erscheinen und dazu beitragen, die KI-Antworten zu fundieren. Ihre Website kann dadurch Impressionen und Zugriffe erhalten. Schließen Sie Ihre Website dagegen aus, werden weder Links zu Ihren Seiten noch Ihre Inhalte in diesen Funktionen angezeigt, und Ihre gecrawlten Inhalte werden nicht zur Erzeugung der KI-Antworten herangezogen. Diese Einstellung ist ein Sichtbarkeitshebel für die KI-Funktionen, kein Rankingschalter.
Mehr dazu weiter unten im Abschnitt zu den Folgen eines Ausschlusses.
Seit wann es die Einstellung zur Generative KI in der Google Suche gibt
Google hat die neue Steuerung gemeinsam mit einem eigenen Leistungsbericht am 3. Juni 2026 angekündigt. Der Start erfolgte behutsam: Zunächst erhielt nur ein Teil der Websiteinhaber Zugriff, beginnend mit einer Auswahl von Websites im Vereinigten Königreich. Über die Sommermonate wurde der Zugang schrittweise ausgeweitet.
Seit dem 31. August 2026 ist die Steuerung laut Google weltweit für alle Websites verfügbar, wie unter anderem Search Engine Roundtable berichtet. Sollten Sie die Einstellung noch nicht sehen, kann das daran liegen, dass für Ihre Property noch nicht genügend Daten vorliegen. Ein Hinweis für die Praxis: Die deutschsprachige Hilfeseite trägt an einigen Stellen noch den Vermerk, dass die Funktion nur einem Teil der Inhaber zur Verfügung steht. Das dürfte dem Übersetzungsstand geschuldet sein, denn der weltweite Rollout ist mehrfach belegt.
Wo Sie die Einstellung finden und wer sie ändern darf
Die Einstellung liegt in der Google Search Console im Bereich der Property-Einstellungen. Der Weg dorthin ist kurz:
Öffnen Sie in der Search Console die gewünschte Property.
Klicken Sie in der linken Navigation auf Einstellungen.
Wählen Sie im Einstellungsbereich (bei manchen Nutzern unter der Rubrik KI-Steuerung, im Screenshot als "AI controls" sichtbar) den Punkt Generative KI in der Google Suche.

Direkt darunter sehen Sie den aktuellen Status Ihrer Property, zum Beispiel den grünen Hinweis "Einschließen". Ein Klick öffnet die Detailseite mit den Auswahloptionen.
Entscheidend ist eine Berechtigungsfrage: Diese Einstellung dürfen nur Inhaber der Property ändern.
Uneingeschränkte und eingeschränkte Nutzer haben keinen Zugriff darauf. Als Inhaber gelten dabei sowohl bestätigte Inhaber (also Personen, die die Inhaberschaft über ein Token wie eine HTML-Datei, ein Meta-Tag oder einen DNS-Eintrag nachgewiesen haben) als auch delegierte Inhaber, die von einem bestätigten Inhaber diese Rolle erhalten haben. Beide besitzen die vollen Rechte, um Einstellungen zu konfigurieren.
Diese Rollen- und Rechtelogik beschreibt Google ausführlich in der Search-Console-Hilfe. Wer also die KI-Steuerung anpassen möchte, sollte vorab prüfen, ob er tatsächlich mit einer Inhaberrolle in der Search Console hinterlegt ist. Ihre eigene Berechtigungsstufe finden Sie in den Einstellungen in der Zeile zur Bestätigung der Inhaberschaft.
Einbeziehen, ausschließen oder erben: Ihre Optionen
Auf der Detailseite stehen Ihnen je nach Property-Struktur bis zu drei Optionen zur Verfügung.
Links und Inhalte einbeziehen: Ihre Inhalte können in den generativen KI-Funktionen der Google Suche erscheinen, inklusive Verlinkung, und zur Fundierung der KI-Antworten beitragen. Ihre Website kann darüber Impressionen und Zugriffe erhalten. Das ist die Standardeinstellung für alle Properties.
Links und Inhalte ausschließen: Ihre Inhalte werden Nutzern in diesen Funktionen nicht mehr angezeigt, auch nicht als Link. Über diese Funktionen erhalten Sie dann keine Zugriffe und keine Impressionen mehr.
Einstellung von übergeordneter Property übernehmen: Diese Option erscheint, wenn Ihre Property einer übergeordneten Property untergeordnet ist. Sie übernimmt deren Einstellung automatisch, lässt sich aber jederzeit manuell überschreiben.
Im ersten Screenshot der Einstellungsseite sind die beiden Grundoptionen (einbeziehen und ausschließen) zu sehen. Die dritte Option zur Vererbung taucht nur bei untergeordneten Properties auf.
Was ein Ausschluss wirklich bedeutet und was nicht
Hier lohnt sich ein genauer Blick, denn rund um KI-Einstellungen kursieren viele Halbwahrheiten. In der Search-Console-Hilfe ist Google an diesem Punkt ungewöhnlich deutlich:
Kein Rankingsignal: Der Ausschluss wirkt sich nur darauf aus, ob Ihre Inhalte in den genannten KI-Funktionen erscheinen. Er wird nicht als Ranking- oder Aufnahmesignal für die übrige Google Suche verwendet. Ihre klassischen organischen Rankings sollten also nicht darunter leiden.
Kein Einfluss auf das KI-Training: Diese Einstellung steuert die Sichtbarkeit in den KI-Funktionen, nicht das Training der Modelle. Wenn Sie das Modelltraining einschränken möchten, ist dafür weiterhin Google-Extended das richtige Werkzeug.
Kein vollständiger Suchausschluss: Wer gar nicht mehr in der Google Suche erscheinen möchte, kommt um noindex nicht herum. Die KI-Einstellung entfernt Sie nicht aus dem regulären Index.
Andere Dienste bleiben unberührt: Entscheidungen zur Teilnahme an anderen Programmen wie dem Merchant Center oder Google Ads werden von dieser Einstellung nicht überschrieben. Ihre Inhalte können außerdem weiterhin dazu beitragen, dass Googles Systeme Sprache und Suchanfragen besser verstehen.
Kurz gesagt: Sie schalten mit dem Ausschluss die KI-Bühne ab, nicht die Suche selbst.
Wie schnell die Änderung wirkt und wie die Vererbung funktioniert
Änderungen greifen nicht sofort in vollem Umfang. Nach Angaben von Google werden Inhalte in der Regel innerhalb von ein bis zwei Tagen nach Aktivierung der Einstellung aus den betroffenen KI-Funktionen ausgeschlossen. Bis alles vollständig verschwunden ist, können jedoch einige Tage vergehen, weil Caching und die Verteilung in den Google-Systemen eine Rolle spielen.
Beachten Sie außerdem die Wirkung auf die gesamte Property inklusive untergeordneter Properties. Standardmäßig übernimmt eine Property die Einstellung der nächstgelegenen übergeordneten Property. Eine URL-Präfix-Property wie https://beispiel.de/magazin/ folgt also der Domain-Property beispiel.de, solange kein Inhaber auf einer näheren Ebene die Einstellung manuell konfiguriert hat. Wer für einzelne Bereiche abweichende Regeln setzen möchte, kann die Einstellung gezielt pro untergeordneter Property überschreiben. Prüfen Sie im Zweifel, ob Ihre Property gerade eine geerbte oder eine eigene Einstellung nutzt.
Erfolg messen: der Leistungsbericht zu generativen KI-Funktionen
Parallel zur Steuerung hat Google einen eigenen Leistungsbericht zu generativen KI-Funktionen eingeführt. Er gibt Ihnen erstmals einen dedizierten Blick darauf, wie oft URLs Ihrer Website in den KI-Funktionen von Suche und Discover erscheinen. Der Bericht zeigt unter anderem Impressionen sowie die betroffenen Seiten, Länder, Geräte und Zeiträume.
Eine wichtige Einschränkung sollten Sie kennen: Klickdaten und Kennzahlen auf Suchanfragenebene liefert dieser Bericht bislang nicht. Google kündigt an, das Kennzahlenangebot mit der Zeit zu erweitern. Für die Praxis heißt das: Der Bericht eignet sich hervorragend, um vor einer Änderung eine Ausgangsbasis zu erfassen und danach zu beobachten, wie sich Ihre KI-Sichtbarkeit entwickelt. Ergänzend dazu erklären wir separat, wie Sie Discover-Traffic in Google Analytics tracken. Genau diese Ausgangsmessung empfehlen wir, bevor Sie über einen Ausschluss nachdenken.
Ein- oder aussteigen? Unsere strategische Einordnung
Der folgende Abschnitt ist eine Einschätzung und keine Vorgabe von Google. Die reine Funktionsweise haben wir oben faktenbasiert beschrieben. Wie Sie die Einstellung nutzen, ist eine strategische Entscheidung, und die hängt stark von Ihrem Geschäftsmodell ab:
Für die meisten Websites ist der Standard, also die Einbeziehung, aus unserer Sicht der sinnvolle Ausgangspunkt. Wer als vertrauenswürdige Quelle in KI-Antworten zitiert wird, baut Markenbekanntheit und Autorität auf, selbst wenn nicht jede Impression sofort in einen Klick mündet. Ein Ausschluss kann dagegen dann interessant werden, wenn Ihr Umsatz eng an den direkten Websitebesuch gekoppelt ist und Sie den Eindruck haben, dass KI-Antworten Ihnen mehr Reichweite nehmen als geben. Eine pauschal richtige Antwort gibt es nicht.
Unser Rat: Entscheiden Sie datenbasiert, nicht aus dem Bauch heraus!
Erfassen Sie zuerst über den Leistungsbericht, welche Rolle die KI-Funktionen für Ihre Sichtbarkeit tatsächlich spielen. Statt sich komplett zu verstecken, ist für viele Unternehmen der bessere Weg, die eigenen Inhalte gezielt für die generative Suche zu optimieren.
Wie das gelingt, beschreiben wir in unserem Beitrag zu SEO-Strategien für KI-Suchmaschinen, und mit unserem Angebot zur Generative AI Optimierung (GAIO) begleiten wir Sie dabei von der Analyse bis zur Umsetzung.
Fazit: eine kleine Einstellung mit strategischer Wirkung
Mit der Einstellung „Generative KI in der Google-Suche“ gibt Google Websitebetreibern zum ersten Mal echte Kontrolle darüber, ob ihre Inhalte in KI-Übersichten, im KI-Modus und in den KI-Funktionen von Discover erscheinen. Die Bedienung ist unkompliziert, die eigentliche Arbeit liegt in der Strategie dahinter. Für die meisten Websites bleibt die Einbeziehung der naheliegende Weg, doch die passende Entscheidung hängt von Ihren Zielen und Ihrem Geschäftsmodell ab.
Sie sind unsicher, ob Ihre Website in den KI-Funktionen der Google Suche sichtbar sein sollte? Wir schauen uns gemeinsam mit Ihnen die Daten aus dem Leistungsbericht an, ordnen Ihre Situation ein und entwickeln eine passende Strategie.
Vereinbaren Sie dazu gern eine unverbindliche Beratung über unser Angebot zur Suchmaschinenoptimierung!
Häufige Fragen zur GSC-Einstellung für generative KI
Wo finde ich die Einstellung Generative KI in der Google Suche?
In der Google Search Console unter Einstellungen. Wählen Sie dort den Punkt Generative KI in der Google Suche, um den Status Ihrer Property zu sehen und die Auswahl zu ändern.
Brauche ich besondere Rechte, um die Einstellung zu ändern?
Ja. Nur Inhaber einer Property dürfen sie anpassen, sowohl bestätigte als auch delegierte Inhaber. Uneingeschränkte und eingeschränkte Nutzer haben keinen Zugriff auf diese Einstellung.
Schadet ein Ausschluss meinem normalen Google-Ranking?
Nach Angaben von Google nicht. Die Einstellung steuert ausschließlich die Sichtbarkeit in den generativen KI-Funktionen und dient nicht als Ranking- oder Aufnahmesignal für die übrige Google Suche.
Verhindert die Einstellung, dass meine Inhalte für KI-Training genutzt werden?
Nein. Für die Steuerung des Modelltrainings ist Google-Extended vorgesehen. Wer vollständig aus der Google Suche verschwinden möchte, nutzt noindex.
Wie lange dauert es, bis eine Änderung wirkt?
In der Regel werden Inhalte innerhalb von ein bis zwei Tagen ausgeschlossen. Durch Caching kann es bei einzelnen Inhalten etwas länger dauern.
Gilt die Einstellung für meine gesamte Website?
Ja, sie wirkt auf die gesamte Property inklusive untergeordneter Properties. Untergeordnete Properties übernehmen die Einstellung standardmäßig, ihre Inhaber können sie aber gezielt überschreiben.





